So kurz und elend können 1000 Jahre sein!
Helmut Scharfenberg erzählt
" Ich war 1939 zehn Jahr alt, bin in Westerau geboren, mein Vater stammt aus Labenz und ist nicht mit den Ahrensfelder Scharpenbergs verwandt. 1963 sind wir hier nach Schürensöhlen gezogen. Im Krieg war ich Marinehelfer in Kiel.
In einer Baracke nahe der Armenkate in Westerau waren französische Kriegsgefangene untergebracht. Einer, der bei Bauer Körting in Ahrensfelde arbeitete, konnt sich frei bewegen, weil er sich einen Paß hatte schicken lassen. Der ist irgendwann verschwunden. In Wulmenau waren russische Kriegsgefangene untergebracht, später dann ein BDM-Heim.
Willi Dahmke, den Bruder des Bürgermeistersund OGLs kannten alle als Onkel Willi. Der ist noch mit 80 Jahren, aber Tempo 30 überall längsgetuckert. Seine Frau wurde nach ihrem Tod 1939 oder 1940 noch in der Diele aufgebahrt. Onkel Willi bewirtschaftete auch den Hof seines Bruders, den heutigen Bubertschen Hof, mit.
Als der Ortsruppenleiter Dahmke 1941(?) in die Zeitung setzen ließ 'Gott hat uns ein Töchterchen geschenkt' regten die Westerauer sich auf, wie 'so einer von Gott sprechen könne'." Ob das damit zu tun hat, daß er Herrn Conring oder dessen Bruder, das weiß ich nicht mehr genau, wegen Abhörens von Feindsendern anzeigte, ist unklar. Gott sei Dank kehrte er lebend aus dem KZ Neuengamme zurück."
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Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Max Dahmke hatte sich wenige Stunden vor dem Einmarsch der Engländer das Leben genommen.
Noch 1937 sagte er - wütend, weil das Umfunktionieren des Westerauer Burenklaas zu einem SA-Konzert von vielen Westerauern boykottiert wurde: "Die Westerauer müßten alle einmal in der Jauche umgedreht werden, damit sie 'braun' würden." [11]
Im Heimatmuseum Bad Oldesloe existiert eine Fotographie des "2. Nat. soz. Lehrgang der Kreisschule = Kreis Stormarn Abt. Gemeindevorsteher", auf welcher die Gemeindevorsteher abgebildet sind. Für Ahrensfelde ist ein ' Westphal' angegeben. Wieso Ahrensflede hier wieder einen Gemeindevorsteher haben soll, obgleich es seit 1928 zur Gemeinde Westerau gehört, ist noch unklar. [25]
Im II. Wk gefallen [22]
- Emil Gerkens
- Willi Tietgen
- Heinrich Zachow
Flüchtlingselend...
Die Siebenbäumener Kirchenchronik berichtet: " In den ersten Jahren des Jahres 1945 bot sich ein Bild des Grauens auf der Straße Ratzeburg/Bad Oldesloe, auf der sich viele Wochen lang der Flüchtlingsstrom aus dem Osten ergoß. Manchmal schliefen bis zu 70 Personen im Gemeindesaal des Pastorats. Mütter brachten ihre erfrorenen Kinder, auf daß man sie hier beerdigen möchte.."
Am 26.03.1945 übernachtete der Treck aus Schwessin (Kr. Köslin/Pommern) in einer Bauernscheune Siebenbäumens, wurde hinter der Autobahn bei Bad Oldesloe von Tieffliegern beschossen [14]
In Ratzeburg wird am 24.3.1945 der Flüchtlingstreck aus Rehbusch, Kr. Ebenrode (Ostpreußen), der dort am 1.8.1944 startete auf verschiedene Kreise verteilt. [26]
Flüchtlingstreck Westerau?
Nachkriegstod 1946
Es ließen sich viele andere Beispiele anführen, wie nah der Tod in der ersten Nachkriegszeit in Stormarn und anderswo war. Als besonders tragisch mag man es empfinden, dass 27 Männer aus Stormarn, die bei der Kohleförderung auf einer Zeche in Grimberg (bei Bergkamen) halfen, durch eine Schlagwetterexplosion am 20. Februar 1946 ums Leben kamen – als hätte es nicht schon genug Tote gegeben... Insgesamt starben bei dieser Bergwerkskatastrophe über 400 Menschen. Die Stormarner Toten kamen aus Pölitz, Westerau, Gut Wulmenau, Zarpen, Steinfelder Wohld, Klein Wesenberg, Mönkhagen, Willendorf, Harksheide und anderen Orten. [10]
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